Upcycling-Idee: So wird aus einem Stuhl ein Beistelltisch

Was tun mit einem wunderschönen alten Stuhl, der zum Sitzen nicht mehr taugt, zum Wegwerfen aber zu schade ist? Upcycling heißt die Lösung! Bauen Sie aus dem alten Sitzmöbel doch einen individuellen Beistelltisch mit Schublade. Zunächst heißt es genau messen: Da die Sitzfläche des Stuhls als Basis für den Tischboden dient, gibt die Größe des Sitzmöbels die Dimension des Tisches und damit der Bauteile vor.

Beachten Sie: Messen Sie die Bauteile so, dass später der Tischkorpus über alle vier Stuhlkanten hinausragt. Die jeweils angegebenen Plattengrößen in der Werkzeug- und Materialliste sind nur Richtwerte.

1. Vorbereitung des Stuhlgestells

Da man einem alten Stuhl seine bisherige Aufgabe oft ansieht, sind zunächst einige Renovierungsarbeiten notwendig. Entfernen Sie daher zunächst ein eventuell vorhandenes Sitzpolster und ziehen Stifte und Nägel mit einer Greifzange. Danach wird die Rückenlehne des Stuhls mit einer Feinsäge abgetrennt, sodass nur das untere Gestell übrig bleibt. Gehen Sie dabei möglichst pfleglich mit dem Material um. So können Sie später die Holzreste als Schubladengriffe wiederverwenden.

Lücken und Scharten bessern Sie am besten mit Holzkitt aus. Das Gestell selbst schleifen Sie mit Schleifvlies oder feinem Schleifpapier an. Damit der Tischkorpus später solide auf dem Stuhl montiert werden kann, bohren Sie im oberen Teil des Stuhlgestells außerdem vier Löcher (Ø je 5 mm). Hier wird später der Korpus von unten mit Senkkopfschrauben befestigt. Zum Schluss behandeln Sie den Rahmen mit Antikwachs. 

2. Tischkorpus herstellen

Ratgeber Beistelltisch: Tischkorpus mit Schwingschleifer glätten

Schneiden Sie zunächst Deckel, Boden und die beiden Seitenteile des Korpus auf Gehrung zu. Verwenden Sie hierfür eine Kapp- und Gehrungssäge (alternativ: Tischkreissäge, Handkreissäge mit Führungsschiene oder Handsäge plus Gehrungslade). Glätten Sie anschließend alle Innenseiten mit einem Schwingschleifer. Beim Schleifen der geraden (nicht der geschnittenen) Korpuskanten sollte Sie der Genauigkeit wegen mit Schleifpapier und Schleifklotz arbeiten.

Durch die Gehrungsschnitte haben alle vier Bauteile eine etwas größere und eine etwas kleinere Fläche erhalten. Platzieren Sie die vier Elemente so auf dem Arbeitstisch, dass die größeren Flächen nach oben zeigen. Schieben Sie als nächstes den Deckel und ein Seitenteil sowie den Boden und das andere Seitenteil so präzise wie möglich zusammen – Schnittkante an Schnittkante. Um sich das Verleimen im nächsten Schritt zu erleichtern, kleben Sie mehrere Streifen Kreppband über die Verbindungskanten der Bauteile. Dadurch können die Elemente nicht mehr verrutschen.

Drehen Sie die beiden zusammengeklebten Bauteile vorsichtig um, sodass die Flächen mit dem Kreppband jeweils unten liegen. Klappen Sie nun das Seitenbauteil senkrecht über den Gehrungsschnitt hoch. Das Kreppband fungiert dabei wie ein Gelenk und stabilisiert die Korpuselemente und die Schrägschnittflächen lassen sich problemlos mit Leim verbinden. Das Ziel ist eine L-Form. Wiederholen Sie den Verleimprozess mit dem zweiten Kombinations-Bauteil. Entfernen Sie jeweils überschüssigen Leim und fixieren Sie die Bauteile mit Schraubzwingen.  

Lassen Sie die beiden so entstandenen L-Segmente trocknen, bevor Sie diese ebenfalls mit Leim verbinden. Das Ergebnis ist der fertige Tischrahmen. Nach dem Trocknen befestigen Sie die Korpusrückwand von unten mit Schrauben und entfernen das Malerkrepp. Mit einem Schwingschleifer glätten Sie den Korpus und verschrauben ihn danach von unten durch die zuvor gesetzten Löcher mit dem Stuhlgestell. Verwenden Sie dazu die dickeren Senkschrauben aus der Materialliste.

3. Bau der Schublade und Feinarbeiten

Vermessen Sie zunächst die Öffnung des Korpus, um die Bauteilgrößen der Schublade zu ermitteln. Deren Seiten- und Rückwandteile müssen schmal genug sein, um sich im Korpus locker bewegen zu können. Die Schubladenfront sollte dagegen möglichst bündig mit der Korpus-Vorderseite abschließen – das sorgt für einen professionellen Eindruck. Sägen Sie die Seiten- und Rückwandteile der Schublade zu und verschrauben Sie diese. Die Schubladenfront befestigen Sie dagegen mit Holzdübeln und Leim an den Stirnseiten der Seitenwände. Mit dem Akkuschrauber sind die dafür nötigen Löcher schnell gefertigt. So entsteht eine optisch makellose Verbindung. Den Schubladenboden verschrauben Sie von unten mit der Stuhloberfläche (Senkkopfschrauben verwenden).

Nun fehlt noch ein Schubladengriff. Hier lohnt sich oft ein Blick auf das zuvor entfernte Rückenteil oder die Armlehnen des Stuhls: Ein abgesägtes und mit Antikwachs veredeltes Dekorelement als Griff rundet den Beistelltisch hervorragend ab. Die Befestigung erfolgt mit einer oder zwei langen Schrauben durch die Innenseite der Schubladenfront. Zum Schluss folgt noch eine Rundum-Behandlung von Korpus und Schublade mit klebefreiem Antikwachs. 

Körnung beim Schleifpapier richtig wählen

Schleifpapier ist in verschiedenen Körnungen erhältlich. Die Zahl der Körnung (Angaben auf der Rückseite), orientiert sich an der Anzahl der Maschen eines Netzes pro Zoll. Je größer die Zahl, desto feiner die Körnung. Die Korngröße und die damit verbundene Tätigkeit sind abhängig von der jeweiligen Anwendung (z. B. Werkstoff, Maschine, Ausgangsoberfläche, angestrebte Oberfläche).

  • Grobe Körnung (Körnung 6-30): Entfernen von Leim- und Farbschichten
  • Mittlere Körnung (Körnung 36-80): Grobes Vorschleifen roher Holzflächen
  • Feine Körnung (Körnung 100-180): Feinschleifen roher Holzflächen
  • Sehr feine Körnung (Körnung 220-1000): Nachschleifen gewässerter, grundierter und lackierter Flächen

Werkzeug und Material

 

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